Der Neuhauser Fasching geht mit dem Faschingstreiben am Rotkreuzplatz ist den Endspurt.
Von Sonntag bis Faschingsdienstag heißt es heißt es "Fasching für alle", wenn Faschingsgesellschaften aus München und Umgebung ihre Programme auf der Bühne am Rotkreuzplatz präsentieren.

Sonntag, 7. Februar 2016
Rosenmontag, 8. Februar 2016
Faschingsdienstag, 9. Februar 2016

jeweils von 11 bis 17 Uhr

Für das leibliche Wohl sorgen die Münchner Schausteller mit Edmund Radlinger.

Zum mittlerweile 8. Mal fand auch heuer am Unsinnigen Donnerstag der Neuhauser Weiberfasching im Königlichen Hirschgarten statt.

Rund 100 Damen genossen Gaudi und eine tolle Stimmung, für die die münchenweit bekannte Partyband "The Munichs" sorgte.

Der Höhepunkt waren jedoch die diversen Männerballets, die auch heuer im Hirschgarten aufgetreten sind. Hier hatte der Faschingsclub Neuhausen wieder seine Beziehungen spielen lassen und als Mitveranstalter nicht nur sein eigenes Männerballet aufgeboten sondern auch sechs weitere Ballets von anderen Faschingsgesellschaften engagiert: Fununlimited, Wild Boys, Brucker Gaudibuam, Narhalla Oberschleißheim, Faschingsgesellschaft Würmesia und Faschingsgesellschaft Feringa.

Prinzenpaar und Männerballett des Faschingsclub Neuhausen, Männerballett der Narhalla Oberschleißheim, Männerballett Fununlimited beim Neuhauser Weiberfasching im Königlichen Hirschgarten im Februat 2016

Auftritte der Männerballette Fununlimited (links), Faschingsclub Neuhausen (2. v.l.) und Narhalla Oberschleißheim (rechts) sowie das Prinzenpaar Verena I. und Felix I. (2. v.r.)

Auftritte der Männerballette Wild Boys aus Olching, Brucker Gaudibuam, der Würmesia und der Feringa beim Neuhauser Weiberfasching im Königlichen Hirschgarten

Es folgten noch Auftritte der Wild Boys aus Olching, der Brucker Gaudibuam von der Heimatgilde Bruck und der Männerballette der Würmesia und der Feringa.

Auch einige Männer, die die Kleiderkontrolle am Eingang überstanden haben und sich durchaus weiblich präsentierten, konnte Ingeborg Staudenmeyer, die Vorsitzende des Vereins für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg, begrüßen.

 

Was ist eigentlich ein Hoagarten? Das Wort stammt vom mittelhochdeutschen "heingarte" und steht für den Heimgarten, also den Garten vor einem Bauernhaus. Dort trafen sich Nachbarn, um gemeinsam zu singen, zu musizieren und zu ratschen. Im Laufe der Zeit wurde die Bezeichnung "Hoagarten" auf Musikantentreffen angewendet, die in der Regel nichtkommerziell sind und einfach die Freude an der traditionellen Volksmusik vermitteln wollen.
Diese Tradition will der Verein für Stadtteilkultur auch in Neuhausen und Nymphenburg bewahren und lud deshalb zum Hoagarten ein.
Gerhard Holz und Ingrid Betz vom "Feldmochinger Zwoagsang" (Bild: Ingrid Heuer)
 
Ein voller Erfolg war der Hoagartn im Königlichen Hirschgarten, den der Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg zum ersten Mal veranstaltet hat. Drei Musik- und Gesangsgruppen und Gerhard Holz vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte als Erzähler und Conférencier sorgten für beste Stimmung bei den 150 Gästen im vollbesetzten Stadl.
Franziska Jakobs und Sebastian Neumaier von der "Zwetschgnmusi" (Bild: Ingrid Heuer)
 
Bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn war der Stadl im Hirschgarten voll, alle Plätze waren besetzt. Pünktlich um 19.30 Uhr eröffnete dann Gerhard Holz das Programm. Gleich beim zweiten Lied waren die Gäste gefordert, sie mussten den Refrain mitsingen und taten dies gleich mit vollem Elan, was Gerhard Holz erst einmal verblüffte. Je öfter dann die Gäste zum Mitsingen aufgefordert wurden, umso mehr waren sie bei der Sache, so dass das Motto des Abends "Gemeinsames Singen im Wirtshaus" voll zum Tragen kam.
"Brücklmeier Musi" (Bild: Ingrid Heuer)
 
Die drei Gruppen des Abends begeisterten die Gäste mit traditioneller bairischer Musik. Die Brücklmeier Musi spielte mal im Trio auf, dann wieder in voller Besetzung. Gerhard Holz (in seinem "Zweitjob" neben dem Erzähler) und Ingrid Betz sangen als Feldmochinger Zwoagesang witzige und manchmal auch besinnliche Lieder. Besonders gut kam die Zwetschgnmusi an, Sebastian Neumaier, 13 Jahre, an der Ziehharmonika und Franziska Jakobs, 15 Jahre, am Hackbrett. Gekonnt spielten sie ihre Lieder und sorgten für gute Stimmung im Publikum. Alle Musiker begleiteten sich auch immer wieder gegenseitig, dafür hatte man im Vorfeld auch ein paar Mal geprobt, so Gerhard Holz. Weit über zwei Stunden spielten die Musiker auf.
Die Musiker und Sänger des Abends zusammen mit Ingeborg Staudenmeyer (2.v.l.) und Wolfgang Schwirz (l.) vom Stadtteilkulturverein: 3.v.l.n.r.: Toni Jahn, Ingrid Betz, Sebastian Neumaier, Gerhard Holz, Franziska Jakobs, Claudia und Stefan Serak, Christine Baumann und Uschi John. (Bild: Ingrid Heuer)
 
Ingeborg Staudenmeyer, die Vorsitzende vom Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg, und ihr Stellvertreter Wolfgang Schwirz, waren nach dem Abend vollauf begeistert. So steht bereits heute fest, dass es auch im nächsten Jahr einen Hoagartn geben wird.

 

 

Am 26. Juli 2015 findet zum 5. Mal nach 2007, 2009, 2011 und 2013 das Wasservogelfest in Neuhausen statt. Veranstaltet vom Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg treffen sich wieder Abordnungen von Vereinen, Musikkapellen, viele Schaulustige und nicht zuletzt der Bezirksausschuss 9 Neuhausen-Nymphenburg, um den Wasservogel auf seinem Weg zur Gerner Brücke zu begleiten, wo er dann im Nymphenburger Schlosskanal versenkt wird. 

Wasserwurf des Wasservogels an der Gerner Brücke 

Der Wasserwurf von der Gerner Brücke (Bilder: Anna Kreibich)

Im Mittelpunkt stehen diesmal drei Wirte Neuhauser Traditionsgaststätten. Geehrt mit lustigen Sprüchen werden Hans Stadtmüller vom Jagdschlössl, das heuer 140 Jahre alt wird, Axel Schallameier vom Metzgerwirt, dessen Gaststätte ihren 145. Geburtstag feiert und Hans Eichmeier, der Rekordwirt vom Königlichen Hirschgarten. Die zahlreichen Gäste am Rotkreuzplatz dürfen gespannt sein, was sich die Sprücheklopfer für die Drei ausgedacht haben.
Wie üblich beginnt das Fest um 10 Uhr mit dem Eintreffen der Vereine. Bei Musik der am Festzug beteiligten Kapellen und Bier ist die Stunde bis 11 Uhr rasch um bis zur Eröffnung des Festes durch die Vorsitzende des Vereins für Stadtteilkultur Ingeborg Staudenmeyer. Im Anschluss folgt die Vorstellung des Wasservogels. Das Wasservogelteam und der Wasservogel selbst werden auch heuer wieder von jungen Mitgliedern der FT Gern gestellt.

Wasservogelgruppe und Neuhauser Wirte auf dem Rotkreuzplatz
Die Vorsitzende des Kulturvereins Ingeborg Staudenmeyer und die zu ehrenden Wirte mit der Wasservogelgruppe auf dem Rotkreuzplatz (Bilder: Anna Kreibich)

Nach den ersten Sprüchen zu Ehren der drei Jubiläumswirte zieht der Festzug um 11.30 Uhr los auf der schon bekannten Route Richtung Gerner Brücke. 18 Vereine und Kapellen sind diesmal dabei mit über 400 Teilnehmern. Die drei Jubiläumswirte und Ingeborg Staudenmeyer werden dabei ganz speziell transportiert, mehr soll nicht verraten werden. Vor dem Postamt an der Winthirstraße 6 wird an den Neuhauser Millionenbauern Lorenz Hauser erinnert. Nächste Station ist der Großwirt an der Ecke Winthir-/Volkartstraße, die älteste Gaststätte Neuhausens. Dritte Station ist die Blindeninstitutsstiftung an der Winthirstraße 24, das ehemalige "Ludwig-Ferdinand-Maria-Heim". Danach sind es noch ein paar Meter bis zur Gerner Brücke, wo den Wasservogel sein nasses Schicksal ereilt.

Wasservogelumzug durch die Winthirstraße 

Umzug der teilnehmenden Vereine durch die Winthirstraße (Bilder: Anna Kreibich)

 

Der Festzug führt weiter durch die Südliche Auffahrtsallee, das Südliche Schlossrondell und durch die Hirschgartenallee zur Gaststätte „Königlicher Hirschgarten“. Dort Ausklang und gemütliches Beisammensein.

 Einzug der teilnehmenden Vereine in den Hirschgarten (Bilder: Anna Kreibich)

 

 Flyer für das 5. Neuhauser Wasservogelfest

Lesen Sie weiter für die Presseberichte zum Wasservogelfest 2015...

Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde in Neuhausen jedes Jahr das Wasservogelfest gefeiert, dessen Ursprung vermutlich noch aus heidnischer Zeit stammt. Wahrscheinlich war es bei den Germanen ein Ritus um einerseits die Gewässer (Flüsse, Seen, große Bäche) zu besänftigen, andererseits große Fruchtbarkeit durch Regen zu erzielen. In Bayern war dieser Brauch auch unter der Bezeichnung „Pfingstl“ bekannt.

Es gibt zahlreiche Berichte über diesen Brauch, der nicht nur in den nördlichen und westlichen Vororten (jetzt Stadtteilen) Münchens begangen wurde, sondern auch in der Hallertau und in Niederbayern. Deshalb gibt es auch zahlreiche Varianten, wie dieses Fest in den einzelnen Regionen durchgeführt wurde, die aber alle eines gemeinsam hatten: am Ende wurde ein Bursche ins Wasser geworfen.

Bei den Wiederaufführungen haben die Veranstalter entschieden, dass nur auf historische Quellen aus der Neuhauser Ortsgeschichte zurückgegriffen wird. Es sind dies die „Geschichte Neuhausens“ des Kupferstechers Albrecht Schultheiß (1823-1909), das Buch „Die Vorstadt Neuhausen“ von  Joseph Lipp (1855-1932), Rektor der Neuhauser Schule, und der Bericht von Neuhausens Bürgermeister Georg Lindau (1816-1895), der das Wasservogelfest im Jahr 1828 noch miterlebt hatte. Aus den genannten Quellen lässt sich das historische Wasservogelfest wie folgt rekonstruieren:

Jedes Jahr am Pfingstmontag versammelten sich die Burschen des Dorfes, um den Wasservogel zu bestimmen. Dieser wurde mit Schilf, Binsen, Stroh, Laub und bunten Bändern geschmückt, hielt einen hölzernen Vogelkopf als Szepter in der Hand und wurde auf einem Pferd, begleitet von den anderen Burschen, durch das Dorf geführt. In Neuhausen ging der Weg durch die einzige vorhandene Straße im Dorf, die heutige Winthirstraße, an der links und rechts die Bauernhöfe lagen. Vor den Häusern sagte einer der Burschen einen Spruch auf, die anderen fügten am Schluss einen Juchzerer hinzu. Dann erhielten sie Naturalien (Eier, Mehl, Butter). Als die Anwesen alle abgeklappert waren, begab sich die Gruppe an den jetzigen Rotkreuzplatz, Dort wurde der Wasservogel vom Pferd herab in den Dorfteich (die „Schwabenlacke“) geworfen. Der hölzerne Vogelkopf wurde unter den Teilnehmern verlost, der Gewinner nagelte ihn an den First seines Stadels als besonderen Schutz gegen Blitz und Feuer. Aus den gesammelten Lebensmitteln wurden beim Großwirt, dem damals einzigen Wirtshaus im Dorf, Küchlein („Kiachal“) gebacken und unter großem Hallo und mit viel Bier verzehrt.

Im Jahr 1828 wurde dieser Brauch verboten. Das kam so: Die Neuhauser hatten sich vorgenommen, in diesem Jahr mit dem Wasservogel vor das Schloss Nymphenburg zu ziehen und dem König Ludwig I. ihren Vers vorzutragen. Dafür hatten sie Rokokokostüme angezogen. Als sie vor dem Schloss ankamen, war ihnen der Moosacher Wasservogel mit seiner Gruppe zuvorgekommen. Der Plan, in diesem Jahr vor das Schloss zu ziehen, war an die Moosacher verraten worden. Es entwickelte sich daraus eine heftige Schlägerei, die erst durch das Eingreifen der Schlosswache beendet werden konnte. Den König bewog das dazu, das Wasservogelfest zu verbieten. Daraufhin hat es nicht mehr stattgefunden.

Nach 179 Jahren wurde diese Tradition im Jahr 2007 wieder zum Leben erweckt. Der Chef des Hauses Wittelsbach, Herzog Franz von Bayern hat durch seine Teilnahme symbolisch das Verbot König Ludwigs I. aufgehoben.

Wasservogel 2009: Eröffnung auf dem Rotkreuzplatz (Bilder: Wolfgang Schwirz)

Diese erste Wiederaufführung des Wasservogelfestes war ein großer Erfolg. Rund 4.000 Besucher erfreuten sich an dem Spektakel.

Natürlich musste der Brauch den heutigen verkehrlichen und baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Der alte Weg durch die Winthirstraße wird beibehalten, aber es gibt keine Bauernhöfe mehr, deshalb werden die Verse des Wasservogels vor ausgesuchten Gebäuden vorgetragen, und da auch der Dorfteich auf dem Rotkreuzplatz nicht mehr vorhanden ist, bleibt als einziges vorhandenes Gewässer nur der Schlosskanal. Schließlich entspricht auch das Sammeln von Naturalien nicht mehr den heutigen Gepflogenheiten, so dass die Wasservogelgruppe die von ihr ausgesuchten und angesprochenen Personen um ein Geldgeschenk bittet, das in die Vereinskasse weitergegeben wird. Ursprünglich wurde der Wasservogel am Pfingstmontag gefeiert. Da Pfingsten inzwischen eine bevorzugte Urlaubszeit geworden ist, wurde der Termin nach hinten verlegt.

Wasservogel 2009 (Bilder: Wolfgang Schwirz)


Auch die Verbindung des Wasservogelfestes mit einem Festzug
der Neuhausen- Nymphenburger Vereine war von Anfang an geplant, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen.

Die Verantwortlichen betrachten die Aufführungen 2007, 2009, 2011, 2013 und 2015 als Versuche, eine alte örtliche Tradition neu zu beleben.

 

Text: Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V.
Bilder: Wolfgang Schwirz

 

Lesen Sie weiter für Berichte über die Wasservogelfeste 2007-2013

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Kulturpavillon am Romanplatz

Von der Stadtbücherei zum Veranstaltungsort für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte...
Heute betreibt der Verein für Stadtteilkultur Neuhausen-Nymphenburg den Kulturpavillon am Romanplatz.

Ausstellungen

Im Kulturpavillon am Romanplatz finden Ausstellungen aller Art statt. Aktuelle Termine können Sie unserem Kalender entnehmen. Sie möchten selbst eine Ausstellung veranstalten? Den Kulturpavillon können Sie auch mieten.

Konzerte

Die musikalische Bandbreite reicht von vietnamesischer Volksmusik bis Blues.
Der Verein für Stadtteilkultur veranstaltet seit 2015 den Neuhauser Band Contest für Neuhausen-Nymphenburger Bands und Solointerpreten.
Der Kulturpavillon ist einer der Veranstaltungsorte der Neuhauser Musiknacht

Stadtteilkultur

Alle zwei Jahre findet in Neuhausen der Wasservogel statt.
Außerdem veranstaltet der Verein für Stadtteilkultur einmal im Jahr einen Altbairischen Hoagartn und regelmäßige Vorträge zur Stadtteilgeschichte.

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